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 Betreff des Beitrags: Der Beginn einer Geschichte
Ungelesener BeitragVerfasst: 9. Mär 2016 18:58 
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General of the Army
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Vorneweg möchte ich in Hinsicht auf diesen Bereich gerne klar stellen, dass sämtliche hier geposteten oder noch zu erwartenden Tipps niemals der "Wahre Weg" oder die einzig zwingende Möglichkeit sein können, oder gar wollen, sondern dass diese Tipps nur jeweils eine Möglichkeit von vielen sind, eine Aufgabe anzugehen. Hier will keiner Irgendwen bevormunden. Diese Tipps sollen lediglich Hobby-Autoren als Denkanstoß dienen, die vielleicht noch nicht so viel geschrieben haben und gerne von den Erfahrungen anderer FF-Autoren profitieren möchten. Ob und was am Ende ein FF-Autor für sich mitnimmt das liegt ganz an ihm oder ihr. Ebenfalls erwähnen möchte ich dabei, dass sich viele der Tipps eher auf umfangreiche Projekte beziehen, als auf Kurzgeschichten, obwohl sie auch dort weitgehend anwendbar sind.

Die Frage die ich mir bei einem Anfang zuerst stelle ist - "Was soll am Anfang passieren...??" Oder besser - welches Tempo benötige ich dafür...??

Actionlastig einzusteigen und mitten in eine laufende Raumschlacht zu springen wird gerne dazu benutzt um sich zunächst einmal vor den lästigen Beschreibungen zu drücken - aber die holen einen später gnadenlos ein, soviel ist sicher... :pfeiff
Bei einem solchen Paukenschlag sollte man danach aber unbedingt die ruhige Phase der Geschichte fest einplanen und die Vorstellung einiger Personen dann nachholen...

Ich persönlich schätze den Prolog.
Ein solcher Prolog bietet sich natürlich nur dann an, wenn man auch eine Vorgeschichte zu erzählen hat - eine Zusammenfassung von Ereignissen, die einen längeren Zeitraum umfassen. Für gewöhnlich folgt danach ein etwas ruhigerer Anfang, bei dem man zuerst einmal seine Hauptfiguren vorstellt.
Diese langsam Fahrt aufnehmenden Anfänge haben den Vorteil, dass jeder weiß woran er ist, sobald die Action losgeht (Nichts ist schlimmer, als wenn mir bei einer Schießerei einfällt: "Ich habe ja gar nicht beschrieben, welchem Volk mein Held angehört, und welche Waffen er bei sich hat...")

Der Anfang anhand einer Einzelperson gehört ebenfalls zu meinen bevorzugten - sieht dann etwa so aus:

- Lieutenant Rania Singh-Badh - schon zu Akademiezeiten als Pechvogel verschrien - war am Ende ihrer nervlichen Kräfte angelangt. Vor etwas mehr als fünf Stunden war sie im Orbitalstützpunkt angekommen, und jetzt, nachdem sie endlich, nach einer wahren Odyssee durch die verschiedensten Abteilungen dieser Riesenstation, den Liegeplatz erreicht hatte an dem die U.S.S. ICICLE in wenigen Minuten anlegen sollte, hätte sie fast geweint vor Freude... -

Hier konzentriert man sich erst einmal auf eine der Hauptpersonen und erzählt in nur wenigen Sätzen bereits etwas von der Vergangenheit der Person, und verpasst ihr einen markanten Zug ( der Pechvogel ) b.z.w. was unmittelbar zuvor war. Sowas verleiht Tiefe ohne dass man sich dafür besonders anstrengen muss... Und man kann sehr schön weitere Hauptpersonen einfach dazubringen und sie quasi "durch die Augen" dieser einen Figur beschreiben, was sich besser in der Handlung auflöst.

Was ich versuche unbedingt zu vermeiden sind Anfänge a la:
- Es war ein warmer, sonniger Frühlingstag. Der Himmel war strahlend blau und wolkenlos. Wind blies vom tiefblauen Meer landeinwärts. Rings um Rania Singh-Badh war es still. Sie trug lediglich... - So sehen die meisten ersten Versuche aus ( auch meiner, vor viiiiilen Jahren... )

Besser ist es solche Äußerlichkeiten durch eine Figur beschreiben zu lassen - etwa so:

- Rania Singh-Badh spazierte gerne kurz nach Sonnenaufgang, am Strand entlang. Zu dieser frühen Stunde war hier, für gewöhnlich, noch nichts los. Trotz des noch jungen Morgens war es bereits so warm, dass Rania lediglich eine dünne, cremefarbene Bluse und passende Shorts dazu trug. Sie blieb kurz stehen und drehte ihr Gesicht dem tiefblauen Meer zu. Mit geschlossenen Augen genoss sie den leicht auffrischenden, salzig schmeckenden Wind auf ihrer samtbraunen Haut. Sie atmete tief durch und blickte nach einer Weile hinauf zum tiefblauen Himmel. Nur einige vereinzelte, kleine Quellwolken, die im Begriff waren sich aufzulösen, standen am östlichen Horizont...

Hier beschreibe ich quasi dasselbe wie zuvor, allerdings löse ich diese Beschreibungen in der Handlung auf - ich lasse die Figur beschreiben statt dass ich dies selbst mache...

Den Sprung in eine Unterhaltung bevorzuge ich weniger - zumindest möchte ich gerne erwähnt wissen, wer da redet und worüber. Es gibt zwar Beispiele, bei denen es nicht so ist, aber mein Geschmack sind solche Anfänge nicht. Allgemein entwickelt man mit der Zeit ein Gefühl dafür, wann eine Unterhaltung zu Beginn gut wirkt und wann weniger.

Ganz wichtig für den Anfang ist IMO, dass man selbst schon weiß, wie die Geschichte auch endet - für mich ist die Struktur der Geschichte ein wesentlicher Punkt. Ein "drauflos schreiben" und sich - von Kapitel zu Kapitel - durch die Story zu hangeln ist sicherlich nur etwas für amtlich beglaubigte Genies (und die sind rar gesät...)

Bei vielen diese "Genies", denen ich zu einem Script geraten habe, hörte ich im Laufe der Jahre immer wieder den Spruch (nachdem sie jammerten, dass sie nach den ersten 20 Seiten - wieder einmal - feststecken): "Ich komme damit besser klar..."
Die traurige Wahrheit ist: "Kommen sie eben nicht!" (Sonst würden sie ja nicht händeringend jammern.) Sie behaupten es nur. Das geht dann auf den ersten 20-30 Seiten zumeist blöderweise auch gut (ging es auch bei meinem ersten Versuch), aber spätestens dann kommt erbarmungslos das Krea-Tief, und dieselben "Genies" nörgeln dann in diversen "Schreibblockade-Threads" herum (und auch das durfte ich bei meinem ersten Versuch leidvoll erfahren).
Und gibt man ihnen dann dort genau die Tipps, die einen solchen Hänger zu vermeiden helfen, dann nehmen sie ihn natürlich nicht an - wundern sich aber am Ende warum es mit ihrer Story nun partout nicht weitergehen will... Und sie jammern dann munter weiter...

Fazit: NUR Anfänger und Leute, die schlicht zu stur sind, sich im positiven Sinne hier weiter zu entwickeln, schreiben einfach weiter immer wieder drauflos. Das ist schlicht nur unprofessionell und dumm - und es hat so rein gar nichts mit "persönlichem Schreibstil" oder ähnlichem "Gesülze" zu schaffen. Meine Meinung.

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