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 Betreff des Beitrags: STAR TREK - DIVIDED von Ulrich Kuehn
Ungelesener BeitragVerfasst: 8. Mär 2016 20:02 
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General of the Army
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Hier möchte ich euch meine werdende Serie STAR TREK - DIVIDED näherbringen - der zweite Band ist gerade in Arbeit.

Bild
Der offizielle Schriftzug der Serie


DRAMATIS PERSONAE: ( noch nicht vollständig )

14.FLEXIBLE-RESPONSE-SQUADRON

VILARAI TER´KHARYN: Andorianerin ( 45 Jahre ), Commodore der 14.Flexible-Response-Squadron ( HQ = SB-375 )
LARS THORBEN: Mensch ( 37 Jahre ) XO der USS MIDWINTER
FALK PERRET: Marsianer ( 32 Jahre ) Pilot der USS MIDWINTER
GEOFFREY CORBEN: Mensch ( 47 ) Captain der USS SHADOWDANCER
LURAAN TRASK: Tellarit ( 42 Jahre ), Captain der USS AVALON
Wrrzdfgruklmnwqsdrikmbxlfgrst - genannt WIRR: Eine pflanzliche Intelligenz von einem zerstörten Planeten, die über erstaunliche kognitive Fähigkeiten verfügt.
LO´RAAN YR KRENDARON: Brigadier Kira Nerys´ efrosianischer Freund - Im Jahr 2384 Commodore und Oberbefehlshaber der 3. FRS


CANON-FIGUREN

KIRA NERYS: Brigadier des Bajoranischen Militärs. 2384 Kommandantin von AGRANDAN ( ehemals DS-9 / Terok-Nor ) und eines bajoranischen Kampfschiff-Verbandes
ODO: Formwandler. Mittlerweile Sprecher seines Volkes.
BENJAMIN LAFAYETTE SISKO: Abgesandter der Propheten, der erneut seine Aufgabe wahrnehmen muss.
RO LAREN: Lieutenant-Colonel des Bajoranischen Militärs und Brigadier Kiras Stellvertreterin.
WILLIAM J. ROSS: Admiral ( seit 2380 ) und Stellvertretender Chef der Sternenflotte ( seit 2384 )
KATHRYN JANEWAY Oberkommandierende der FLEXIBLE-RESPONSE-SQUADRON ( seit 2383 )


SONSTIGE ANGEHÖRIGE DER STERNENFLOTTE

CA´REEN XA HERAN : Efrosianer ( 49 Jahre ) Konteradmiral und Kommandant der SB-375


SONSTIGE

CAREDAN ENDRIS: Seit 2383 Kai der Bajoraner, nachdem Kai Ungtae bei einem mysteriösen Unfall starb.


THE STORY SO FAR...

Beginnen soll die Geschichte mit einem mehrteiligen Prolog - wahrscheinlich wird hier der Verlauf der Ereignisse ab der Shinzon-Krise anhand kleiner Episoden aus Sicht mehrerer Hauptpersonen beschrieben ( möglicherweise in der ICH-Form ist aber noch nicht fix )

In STAR TREK - DIVIDED gehören die Bajoraner noch immer nicht zur Föderation, obwohl Bestrebungen im Gange sind, sich der Föderation anzuschließen.
Kira Nerys gehört somit noch immer zum Bajoranischen Militär und wurde mittlerweile zum Brigadier-General befördert. Seit 2 Jahren, als die Führung der Station - auf Drängen der Bajoranischen Regierung - alleinig auf die Bajoraner überging, kommandiert Kira die Station, die in AGRANDAN umbenannt wurde, was auf Bajoranisch soviel wie Freiheit bedeutet. Mit dem Neuen Rang als Brigadier übernimmt Kira zusätzlich das Kommando über die ersten größeren Kampfschiffe der Bajoraner, welche technisch sowohl auf Föderationstechnik, als auch auf cardassianischer Technik basieren, die in die bajoranische Technik einzug hielt. Dabei können es die größten bajoranischen Kampfschiffe durchaus mit einem Schiff der INTREPID-KLASSE aufnehmen, und dieser Klasse möglicherweise sogar überlegen sind.
Die Sternenflotte besitzt jedoch weiterhin ein Nutzungsrecht auf der Station und unterhält dort eine kleine Kommandozentrale.

Nach den militärischen Konflikten der letzten Jahre entwickeln sich im SFC verschiedene Meinungen über die zukünftige Struktur der Sternenflotte.
Einige gewichtige Stimmen im Stab halten ein Überdenken der bisherigen Struktur für unabdingbar und fordern eine Umstrukturierung in Forschungsflotte und Kampfverbände.
Zunächst stößt diese Forderung auf heftigen Widerstand. Nach mehreren Übergriffen der Tzenkethi gibt man dem Drängen jedoch so weit nach, dass man die FLEXIBLE-RESPONSE-SQUADRON mit 24 Verbänden von jeweils 50 Einheiten ins Leben ruft. Die Schiffe der FR-SQUAD sind allesamt kampfstärker, als übliche Sternenflottenschiffe, da sie speziell für Kampfeinsätze umgerüstet wurden, wobei die wissenschaftliche Kapazität auf ein Minimum reduziert wurde.
Die 24 Verbände der FRS werden in Schlüsselsektoren der Föderation, und in strategisch wichtigen Sektoren stationiert.

Während Admiral Ross diesem neuen Konzept mit gemischten Gefühlen gegenüber steht, Ist Admiral Janeway dem Konzept der FRS gegenüber grundsätzlich positiv eingestellt, weiß sie doch aus ihrer Zeit im Delta-Quadranten aus eigener leidvoller Erfahrung, welche Gefahren einer unvorbereiteten Föderation drohen könnten.
Deshalb mutet es nicht weiter verwunderlich an, dass das SFC Janeway im Jahr 2383 das Oberkommando über die FRS überträgt.

Noch bevor man in der Bajoranischen Regierung eine Entscheidung bezüglich eines Beitritts zur Föderation trifft, erscheint überraschend der Abgesandte, auf ungewöhnlichem Weg, mit einer Warnung für die Bajoraner - und einem Rat für Kira Nerys.
Und er ist nicht allein...


Hier die erste Episode:

Bild


DOWNLOAD:
--> DAS ELEMENT DER KÄLTE
--> DAS ELEMENT DER KÄLTE (Reader optimiert)

Da ich den Opener nun als Trilogie verfasse und nicht als Doppelband ist dieser erste Teil 64 Seiten lang geworden. Immerhin...

Die Trilogie wird die geplante Gesamtlänge von etwa 200-220 Seiten trotz mannigfaltiger Planungsänderungen erreichen (so viel habe ich bisher noch nie abgeändert und umgeschrieben - mein lieber Mann...)

Zur Geschichte:
Auf der Erde schreibt man das Jahr 2384.
Seit dem Ende des Dominion-Kriegs sind somit rund neun Jahre vergangen.
Nach der Shinzon-Krise entbrannte im Föderationsrat eine hitzige Debatte darüber, ob es an der Zeit ist, die Sternenflotte umzustrukturieren, um auf die in jüngerer Vergangenheit immer wieder aufgeflammte Gefahr eines Angriffs auf die Föderation besser begegnen zu können. Nach anfänglichem Widerstand im Rat führen neuerliche Übergriffe der echsenhaften Tzenkethi, im Jahr 2383 schließlich dazu, dass der Rat seine Zustimmung gibt, die FLEXIBLE-RESPONSE-SQUADRONS ins Leben zu rufen – 24 schnelle und schlagkräftige Verbände, von jeweils 50 Schiffen, die permanent als Einheiten zusammen operieren.
Bereits im selben Jahr stehen die ersten 12 Verbände bereit, die in Schlüsselsektoren der Föderation eingesetzt werden. 12 weitere Verbände, die jeweils von einem Sternenflotten-Commodore geführt werden, folgen bis zur Mitte des Jahres 2384.
Einer dieser Commodores ist die Andorianerin Vilarai Ter´Kharyn, die mit ihrem neuen Flaggschiff, der USS MIDWINTER, einem neuen Angriffskreuzer der STARDUST-KLASSE, an der Spitze, die 14.FRS übernimmt.
Schon bei der Übernahme des Kommandos eröffnet ihr Admiral Kathryn Janeway, die Oberkommandierende der FRS-Verbände, einige unangenehme Fakten.
Bereits kurze Zeit später wird die Andorianerin in Ereignisse verstrickt, die das Ende ihrer Sternenflottenkarriere bedeuten könnte. Und das Ende der Föderation.
Ein neuer Krieg droht, und diesmal ist es nicht einfach, den wirklichen Feind zu lokalisieren...


Hier eine kleine Leseprobe:

DAS ELEMENT DER KÄLTE

PROLOG

( Vilarai Ter´Kharyn )


Die hochgewachsene Frau stand in ihrer Kabine und blickte gedankenverloren in den Feldspiegel, während die den Magnetverschluss ihrer Uniform zusammen schob. Die Art und der Schnitt dieser Uniform war seit Anfang 2380 Standard bei der Sternenflotte.
Wie die alten Sternenflotten-Uniformen war sie durchgehend schwarz, allerdings war man dazu über gegangen, die Schulterbesätze wieder farbig zu gestalten, in ihrem Fall rot, als Zeichen für ihre Tätigkeit auf der Kommandoebene. Allerdings bestanden die Schulterbesätze nicht aus nur einem Stück, sondern setzten sich viel mehr aus zwei Elementen auf Schulter und an den Oberarm zusammen. Auf der rechten Seite, direkt über ihrem Herzen, gab es einen weiteren, schmalen Streifen, auf dem die rechteckigen Rangabzeichen zu sehen waren, die nicht länger am Kragen getragen wurden.
Der anschmiegsame, hohe Kragen ihrer Uniform wies statt dessen an seinem oberen Rand eine Goldkante auf, die auf ihren Rang als Flaggoffizier der Sternenflotte hinwies, so wie die feine, goldene Umrandung des rechteckigen Rank-Pins. Erst gestern war sie feierlich auf der Erde befördert worden, nachdem ihr Schiff, die USS LEXINGTON, im Orbitalstützpunkt über der Erde, angedockt hatte.
Man war wieder dazu über gegangen die Uniformen für alle Ränge zweiteilig zu fertigen, wobei die Uniformjacke zum Tragen jedoch magnetisch am flachen, handbreiten Hosengürtel fixiert wurde, so dass ein wasserdichter, atmungsaktiver Einteiler daraus wurde. Die signifikanteste Neuerung im Vergleich zu den alten Uniformen war, dass man über ein Schaltelement am Gürtel den so genannten Camouflage-Modus aktivieren konnte. Viele, im Anzug integrierte, Umgebungs-Rezeptoren nahmen dabei das vorherrschende Farbmuster der Umgebung war und berechneten dann ein Tarnmuster, welches die feinen Zellen der Uniform, die eine zytoplasmaähnliche Substanz enthielten und ihr ein feines Schuppenmuster verliehen, dann auf der Oberfläche darstellten. Diese Funktion war der Funktion biologischer Chromatophoren nicht unähnlich. Dabei war der Energiebedarf so minimal, dass die Körperwärme der Träger für diese Funktion ausreichte, und zudem nicht angemessen werden konnte.
Das alles war der hochgewachsenen Frau vor dem Spiegel bekannt, und sie verschwendete keinen Gedanken daran. Mit den Händen warf sie ihr langes, silber-weißes Haar nach hinten und ihre violetten, für eine Andorianerin ungewöhnlich hellen Augen, musterten den Sitz der eng anliegenden Uniform noch einmal kritisch.
Alles bestens, stellte sie fest. Die Uniform saß tadellos und betonte ihre athletische und dennoch sehr weibliche Figur. Ein wenig unzufrieden verzogen sich ihre blauen Lippen. Nach andorianischem Schönheitsideals war sie zu schmal in den Hüften und besaß etwas zu viel Oberweite, obwohl ihr die meisten irdischen Männer bestätigten, dass sie in ihren Augen die Idealmaße einer Frau besaß. Aber sie war eine Andorianerin und deshalb wäre sie mit etwas weniger Oberweite und breiteren Hüften zufriedener gewesen.
Vilarai Ter´Kharyn sagte sich, dass dies nur Oberflächlichkeiten waren und deaktivierte das Spiegelfeld. Normalerweise war sie nicht besonders eitel, aber einen Admiral der Sternenflotte empfing man, ihrer Ansicht nach, nicht schlecht gekleidet. Außerdem war es kein Fehler auf sein Aussehen zu achten.
Während sie sich daran machte, ihre Kabine auf der USS LEXINGTON, einem Schiff der NEBULA-KLASSE, zu verlassen, fragte sie sich, was für ein Mensch Admiral Kathryn Janeway sein mochte. Bisher war sie dieser irdischen Frau nie persönlich begegnet, und auf Gerüchte, oder Berichte dritter Personen, gab sie nicht viel. Vilarai Ter´Kharyn machte sich lieber ein eigenes Bild der Dinge.
Mit weit ausgreifenden Schritten eilte sie durch die hell erleuchteten Gänge ihres Schiffes und erwiderte dabei die Grüße der Mannschaft. Schon in wenigen Stunden würde sie dieses Schiff einem neuen Captain übergeben. Ihr letzter Flug an Bord dieses Schiffes würde in Richtung Mars gehen, sobald Admiral Janeway an Bord war.
Während sie im Turbolift zum Hangar fuhr, fragte sie sich, warum Janeway mit ihr zum Mars fliegen würde. Bisher hatte sie, als Teil der 9.Flotte stets mit Admiral William J. Ross zu tun gehabt. Von daher hatte sie eher angenommen, dass er an Bord kommen würde.
Überhaupt hatte die Nachricht, die sie vor zwei Stunden ihre Kabine erreicht hatte, ziemlich mysteriös geklungen. Die Andorianerin besaß ein feines Gespür dafür, wenn ungewöhnliche Dinge geschahen, und im Moment sagten ihr ihre Gefühle, dass es bei diesem Flug um mehr ging, als um eine normale Schiffsübernahme und die Einführung in ein neues Kommando. Vilarai konzentrierte sich wieder auf den Moment. Man würde ja sehen.
Als sie auf dem Hangardeck angekommen aus dem Turbolift trat stellte die Andorianerin zufrieden fest, dass ihr Erster Offizier, Commander Cerwen Tral, bereits den Empfang des Admiral-Shuttles vorbereitet hatte. Ein Ehrenspalier, bestehend aus 24 Offizieren des Schiffes war ebenfalls angetreten.
Der Tellarit hatte sie bereits entdeckt und nickte ihr, mit der üblichen griesgrämigen Miene, zu. Wobei es natürlich ungerecht war, die andorianische Mimik mit der tellaritischen vergleichen zu wollen. Dasselbe galt für die Umgangsformen. Anfangs hatte Trals Art sie beinahe in den Wahnsinn getrieben – mittlerweile gab sie ihm einiges zu, und sie waren in den letzten Jahren ganz gut mit einander ausgekommen.
Die letzten Meter kam Tral ihr entgegen und meldete: „Das Shuttle des Admirals ist bereits im Anflug, Commodore.“ Er senkte seine Stimme, so dass nur seine Vorgesetzte sie verstehen konnte und fragte grimmig: „Warum kommt statt Admiral Ross diese Vogelscheuche an Bord, Sir?“
Auch wenn Vilarai Ter´Kharyn wusste, was sie von Trals Bemerkung zu halten hatte, warf sie ihm einen leicht tadelnden Blick zu und meinte: „Lassen Sie das Janeway hören, und Sie wird Sie mit Lichtgeschwindigkeit zum Deckschrubber degradieren, Commander.“
Tral blickte etwas verwundert zum Commodore auf und fragte neugierig: „Woher haben Sie denn den Begriff?“
Die Andorianerin verkniff sich ein Schmunzeln. „Vor Jahren mal von einem menschlichen Crewman auf geschnappt.“ Sie blickte den Commander forschend an. Irgendetwas an ihm war anders als sonst. Im nächsten Moment erkannte sie was es war. Tral hatte sein, traditionell schulterlanges Haar mit einem goldenen Band zusammen gebunden.
Tral ahnte warum ihn die Andorianerin so intensiv musterte und kam ihrer Frage zuvor: „Das Band trage ich aus gegebenem Anlass.“
„Ich verstehe“, erklärte Vilarai. „Bei Ihnen ist Karneval.“
Für einen Moment fehlten dem Tellariten die Worte, was eher selten vor kam. Dann erkundigte er sich, mit stechendem Blick: „Haben Sie Gallenschmerzen, Commodore?“
Die Andorianerin deutete zum gerade einfliegenden Admirals-Shuttle. „Vertragen wir uns, Mister Tral, und empfangen Admiral Janeway.“
Cerwen Tral spreizte die drei Finger seiner linken Hand zum Zeichen der Zustimmung. Gemeinsam schritten die beiden so ungleichen Sternenflottenoffiziere zum Ende des Spaliers.
Das weiße, etwa 24 Meter lange, Admirals-Shuttle hatte das leuchtend blaue Eindämmungsfeld des Hangars problemlos passiert, setzte, vom Hangarleitstrahl geführt, samtweich auf und kam genau an der vorgesehenen Stelle des Hangars zum Stehen.
Als sich das Seitenschott des Shuttle öffnete und Admiral Kathryn Janeway das Hangardeck betrat, schritt ein junger Ensign, am Anfang des Spaliers, etwas vor, hob das Flottenäquivalent zur alt her gebrachten Bootsmanns-Pfeife an und blies Seite.
Nachdem der Ton verklungen war, schritt Admiral Janeway das Spalier, mit freundlicher Miene, ab und näherte sich den beiden höchsten Offizieren der LEXINGTON.
Vilarai Ter´Kharyn fiel dabei der harte, kompromisslose Blick dieser Menschenfrau auf, wie sie ihn nur sehr selten bei einem Vertreter dieser Spezies festgestellt hatte. Die Jahre, die Janeway im Delta-Quadranten verbracht hatte, schienen einschneidender gewesen zu sein, als es sich die Andorianerin bisher vorgestellt hatte. Auch das verbindliche Lächeln Janeways konnte darüber nicht hinweg täuschen. Zumindest schienen die Ereignisse dort sie jung gehalten zu haben, denn nach 55 Jahren sah Admiral Janeway keineswegs aus. Vielleicht lag das aber auch lediglich daran, dass sie ihr Haar nun wieder lang trug.
Als Janeway drei Schritt vor der Andorianerin stehen blieb, sprach sie die zeremoniellen Worte: „Bitte um Erlaubnis, an Bord kommen zu dürfen.“
Vilarai Ter´Kharyns Gestalt straffte sich, als sie erwiderte: „Erlaubnis erteilt, Admiral. Willkommen an Bord der LEXINGTON.“
Janeways Lächeln, dass sich auch in ihren blau-grauen Augen wiederfand, vertiefte sich, als sie der Andorianerin ihre Hand zur Begrüßung anbot.
Obwohl die Andorianerin diese Art der Begrüßung nicht sonderlich mochte ergriff sie die Hand Janeways ohne zu zögern und erwiderte den Händedruck. Fest, aber nicht zu fest, dass er in eine Machtdemonstration ausartete; so wie ein guter Händedruck sein sollte. Sie deutete auf den Tellariten. „Darf ich Ihnen meinen Ersten Offizier vorstellen – Commander Cerwen Tral.“
Janeway begrüßte auch den Tellariten mit einem Händedruck, bevor sie sich an die Andorianerin wandte. „Ich würde Sie gerne unter vier Augen sprechen, Commodore.“
„Natürlich, Admiral.“ Sie wandte sich an Tral. „Lassen Sie abtreten und bereiten sie das Schiff für den Start vor.“
„Aye, Commodore“, bestätigte der Tellarit.
Während die beiden Flaggoffiziere zum Ausgang des Hangars schritten hörten sie die lauten Befehle des Tellariten hinter sich. Admiral Janeway blickte die Andorianerin von der Seite an und fragte übergangslos: „Wie kommen Sie mit dem Tellariten aus?“
Die Antennen der Andorianerin spreizten sich, als sie erwiderte: „Wir arbeiten gut zusammen. Anfangs war es etwas – schwierig, aber im Laufe der Zeit haben wir gelernt uns gegenseitig zu akzeptieren. Ich hoffe der künftige Captain der LEXINGTON kommt mit seiner Art ebenso gut klar, Admiral.“
„Oh, da bin ich mir sicher“, antwortete Janeway hintergründig lächelnd, während sie den Turbolift betraten. Erst nachdem das Schott sich hinter ihnen geschlossen hatte, fügte sie hinzu: „Tral wird der neue Captain der LEXINGTON. Seine Beförderung wird heute noch vorgenommen – und zwar von mir.“
Vilarai wirkte etwas überrascht. Dann erklärte sie: „Er wird diese Aufgabe sicher sehr gut erfüllen, Admiral.“
Janeway nickte knapp und die beiden Flaggoffiziere schwiegen, obwohl alles in der Andorianerin danach verlangte zu erfahren, welches Kommando man ihr zugedacht hatte. Aber sie hatte sich fest vorgenommen abzuwarten, bis Admiral Janeway dieses Thema anschneiden würde.
Als sie ihre Kabine, auf Deck 4, erreicht hatten, wandte sich Vilarai Ter´Kharyn an Admiral Janeway. „Kann ich Ihnen etwas anbieten, Admiral?“
„Kaffee – schwarz, bitte.“
Die Andorianerin replizierte den Kaffee und für sich einen enaranischen Tarinsaft, der zwar verdächtig nach andorianischem Ale aussah, jedoch alkoholfrei war und darüber hinaus vollkommen anders schmeckte.
Mit beiden Getränken kam sie zur Sitzecke, wo Admiral Janeway bereits in einem breiten Sessel Platz genommen hatte.
Nachdem auch Vilarai sich gesetzt hatte, nahmen die beiden unterschiedlichen Frauen einen Schluck von ihren Getränken.
Admiral Janeway setzte schließlich ihre Tasse auf die durchsichtige Platte des niedrigen Tisches, lehnte sich in dem blutroten Sessel zurück und schlug ein Bein über das andere. Dabei lächelte sie in der Erinnerung an vergangene Zeiten, bevor sie zu der Andorianerin sagte: „Wissen Sie, manchmal hat mich, während meiner Zeit auf der VOYAGER. nur ein Gedanke davon abgehalten, im Delta-Quadranten einen geeigneten Klasse-M Planeten zu suchen, und dort eine Kolonie zu gründen, anstatt auf Biegen oder Brechen zu versuchen, in den Föderationsraum zurück zu kehren. Und das war der Gedanke daran, dass mir, in diesem Fall, irgendwann der Kaffee ausgehen würde.“
Es dauerte einen kurzen Augenblick, bis Vilarai Ter´Kharyn erkannte, dass diese Bemerkung nicht zu hundert Prozent ernst gemeint gewesen war. Sie lächelte fein und fragte dann interessiert: „Es besteht eine Abhängigkeit ihrerseits zu diesem Getränk?“
Janeway nickte ernsthaft. „Oh ja, durchaus. Kaffee, die beste organische Aufschwemmung die je erfunden wurde. Manchmal habe ich das Gefühl, es ist das Einzige im Delta-Quadranten gewesen, das mich am Leben gehalten hat. Ich habe sogar die Borg damit geschlagen.“ Sie ignorierte den verwunderten Gesichtsausdruck der Andorianerin und wurde beinahe übergangslos ernst. Sie fixierte die andorianische Frau, wobei Vilarai Ter´Kharyn das unbestimmte Gefühl nicht los wurde, dass die Oberbefehlshaberin der neu gegründeten FLEXIBLE-RESPONSE-SQUADRONS etwas Unangenehmes mitzuteilen hatte, weniger auf sie selbst bezogen, sondern eher die Föderation betreffend.
Admiral Janeway erkannte an den leicht nach vorne gebogenen Antennen der Andorianerin, dass sie ihre volle Aufmerksamkeit genoss, als sie langsam sagte: „Sie sind mit den Fakten, bezüglich des Dominion-Kriegs vertrat, Commodore. Sie wissen also, dass sich jene Gründerin, die den Krieg im Alpha-Quadranten organisierte und leitete, noch immer innerhalb des Föderationsraums befindet.“
„Ja, der Oberste Gerichtshof der Föderation ging ziemlich nachsichtig mit ihr um, soweit ich das beurteilen kann“, bestätigte die Andorianerin. Eine ungute Ahnung sagte ihr, wie sich dieses Gespräch entwickeln würde, doch sie hoffte immer noch, dass sie Unrecht haben möge. Doch die nachfolgenden Worte Janeways bestätigten, dass sich diese Hoffnung nicht erfüllen würde.
„Ich bin mir nicht sicher, ob ein Leben unter Solids wirklich so einfach für einen Formwandler ist, der diesen Wesen bislang mit Misstrauen begegnete. Man darf darüber hinaus nicht vergessen, dass es dieses Wesen gewohnt war, wie ein Gott behandelt zu werden. Diese Gründerin war das mächtigste Wesen eines ganzen Quadranten. Die Politiker der Föderation erhofften sich die Sichtweise dieses Wesens nachhaltig ändern zu können, indem sie ihm zeigen, nach welchen Prinzipien die Föderation funktioniert. Der Oberste Gerichtshof der Föderation hatte Seinerzeit die Zeitspanne, die das Wesen im Alphaquadranten bleiben soll, auf neun Jahre festgelegt. Diese Zeitspanne ist nun bald abgelaufen, doch es gibt Bestrebungen von Seiten unserer Alliierten, die Gründerin noch nicht wieder gehen zu lassen.“
Vilarai Ter´Kharyn blickte ihre Vorgesetzte ungläubig an, und ein Gefühl, als würde ihr Magen einen Knoten bilden breitete sich in ihr aus. „Aber die Verantwortlichen in der Föderation denken doch nicht daran, diesem Ansinnen Folge zu leisten? Das wird die Große Verbindung niemals akzeptieren. Und wir wären gut beraten, zu bedenken, dass die Macht des Dominion noch immer erschreckend groß ist, auch wenn es mit der Rückkehr Odos eine Neuorientierung gab. Man erwartet im Gamma-Quadranten, dass wir Wort halten.“
Janeway ergriff ihre Tasse und nahm einen tiefen Schluck von ihrem Kaffee, bevor sie ernst meinte: „Admiral Ross hat mir, vor wenigen Tagen erst, beinahe dasselbe gesagt, Commodore, und ich bin ganz ihrer Meinung. Ich fürchte nur, dass es einige entscheidende Leute im Föderationsrat, und auch im Sternenflottenkommando gibt, die das anders sehen könnten. Unter dem Druck der Romulaner und Klingonen wird man möglicherweise eine Entscheidung treffen, die uns alle an den Rand eines neuen Krieges mit dem Dominion bringen könnte. Das Oberkommando der Sternenflotte trifft bereits Vorbereitungen, eine erneute Verminung des Wurmloches vorzunehmen. Ich fürchte die Lage ist ernst, Commodore.“
Die Antennen der Andorianerin bogen sich nach Innen, was ein deutliches Zeichen für ihren Missmut war. Schnell trank sie ihr Glas aus und stellte es hart auf den Tisch zurück. Dann fixierte sie Admiral Janeway mit ihren violetten Augen und fragte: „Wie viele Verbandskommandeure der Flotte wissen bereits davon?“
„Nicht mehr, als eine Handvoll. Vorerst nur Verbandskommandeure der FRS, die in den umliegenden Sektoren von Bajor stationiert sind.“
Die so genannte FRS waren erst Ende des vergangenen Jahres gegründet worden – als Antwort auf die jüngsten Übergriffe der echsenhaften Tzenkethi. Bereits kurz nach der Shinzon-Krise war eine Umstrukturierung der Flotte in Erwägung gezogen worden, doch erst die Übergriffe der Echsen hatten den endgültigen Ausschlag zur Bildung der insgesamt 24 schnellen Kampfverbände, bestehend aus jeweils 50 Einheiten gegeben. Diese Einheiten waren zuvor speziell für Kampfeinsätze aufgerüstet, oder umgerüstet worden, wobei die Forschungskapazität dieser Schiffe auf ein Minimum beschränkt wurde. In erster Linie sollten diese Verbände in den Schlüsselsektoren der Föderation für Sicherheit sorgen.
„Da Sie nun auch mich eingeweiht haben, bedeutet das wohl, dass Sie mich in der Nähe des Wurmlochs stationieren werden.“
Janeway lächelte und nickte zustimmend. „Sie denken folgerichtig, Commodore. Ich gedenke Ihnen das Kommando über die 14. FLEXIBLE RESPONSE SQUADRON zu geben. Ihr Flaggschiff wird ein brandneuer Angriffskreuzer der STARDUST-KLASSE werden. Aus diesem Grund sitze ich auch hier bei Ihnen und nicht Admiral Ross, der bisher ihr Oberkommandierender war. Ab sofort werden Sie es mit mir zu tun bekommen.“
Bei der Erwähnung der neuen Schiffsklasse war förmlich ein Ruck durch die Andorianerin gegangen. Ihre Augen leuchteten förmlich, ihre Antennen richteten sich gerade auf und ihre gesamte Körperhaltung zeugte von ihrer inneren Anspannung, was Kathryn Janeway nicht entging. Einige Augenblicke blieb es still, bevor Vilarai Ter´Kharyn schließlich sagte: „Ich nehme dieses Kommando gerne an. Allerdings würde mich interessieren aus welchen Gründen sie mich zur FRS holen.“
Janeway blickte der Andorianerin direkt in die Augen, als sie antwortete: „Ihre Dienstakte hat mir gesagt, dass Sie ein Frontoffizier sind, der Entscheidungen treffen kann. Diese Eigenschaft ist mir mit die Wichtigste dabei gewesen. Auch, dass sie sich auf der anderen Seite des Wurmloches gut auskennen war ein Punkt. Aber wissen Sie was, Vilarai – ich darf doch Vilarai sagen?“
Die Andorianerin machte eine zustimmende Geste.
Janeway quittierte dies mit einem freundlichen Nicken. „Die endgültige Entscheidung ist gerade eben erst gefallen. Der persönliche Eindruck ist für mich wichtiger, als das, was mir eine Dienstakte über ein Lebewesen sagen kann.“ Sie machte eine bedeutungsvolle Pause, bevor sie ernst sagte: „Über eines müssen Sie sich im Klaren sein, Vilarai. Dieses Gespräch bleibt unter uns.“
„Welches Gespräch, Admiral?“
Schmunzelnd erhob sich Admiral Janeway. „Nennen Sie mich Kathryn, Sie gehören schließlich seit gestern dazu. Und nun, Vilarai würde ich mir gerne das Schiff ansehen.“

* * *


Als die LEXINGTON, nach neunzig Minuten Flug den Mars erreichte, standen Commodore Ter´Kharyn und Admiral Janeway auf der Brücke des Schiffes und blickten auf den Hauptmonitor. Besonders die Andorianerin konnte es kaum erwarten bis die Orbitalwerft mit dem Angriffskreuzer der STARDUST-KLASSE endlich in Sicht kam.
Commander Tral, der zwischenzeitig für einige Minuten die Zentrale verlassen hatte, wusste trotz seiner Worte zum Commodore, was sich schickte und hatte Admiral Janeway während des kurzen Fluges seinen Platz überlassen. Jetzt stand er neben dem Taktischen Offizier und beobachtete, wie sich die Andorianerin leicht im Sessel des Captain vor beugte, so als würde sie den Dockkomplex besser sehen können, wenn sie sich einige Zentimeter näher an den Bildschirm bewegte. Der Tellarit wertete dies als Zeichen der Ungeduld, etwas, das er zuvor nur sehr selten an der Andorianerin beobachtet hatte.
Auch Admiral Janeway beobachtete unauffällig die Reaktion der Andorianerin, als der Dockkomplex auf dem Hauptschirm sichtbar gemacht wurde. Ihr entging nicht, dass die Andorianerin ganz in ihrem Element war, als die ersten Details des Schiffes erkennbar wurden. Viel war es ohnehin nicht, da sich die LEXINGTON von schräg oben dem Raumdock näherte. Für einen kurzen Moment spürte sie dabei die ungeheure Energie, die der Andorianerin inne wohnte. Verstehend lächelnd fragte sie: „Wollen wir uns hinunter beamen lassen, und uns das Schiff aus der Nähe ansehen, Commodore?“
Der Blick aus den leuchtenden Augen der Andorianerin sagten Janeway mehr als genug. Natürlich war die Andorianerin versessen darauf ihr neues Schiff in voller Schönheit zu sehen. Jeder Kommandant wäre das gewesen. Sie konnte sich noch gut daran erinnern, wie es ihr selbst bei der VOYAGER ergangen war. Das Schiff war ihr beinahe ein vertrauter Freund geworden, in all den Jahren, und nur ungern hatte sie es schließlich abgegeben.
„Ich kann kaum erwarten, es zu sehen und anschließend zu inspizieren“, gab die Andorianerin zu. Geschmeidig kam sie aus dem Sessel hoch und warf ihrem Ersten Offizier einen langen Blick zu. Der Moment des Abschieds war gekommen. Vier Jahre lang hatten sie gemeinsam auf der LEXINGTON mit einander gedient, und nun, da der Moment gekommen war, spürte Vilarai beinahe so etwas wie Bedauern, dass sie nun getrennte Wege gehen würden – etwas, das sie am Anfang ihrer Bekanntschaft nicht für möglich gehalten hätte.
Langsam schritt sie auf ihn zu und blieb einen Schritt vor dem Tellariten stehen. „Commander Tral, ich wünsche ihnen viel Glück und Erfolg auf ihrem zukünftigen Weg.“ Sie bot ihrem Ersten Offizier die Hand.
Der Tellarit ergriff sie und sagte ungewohnt feierlich: „Das goldene Band ist ein Zeichen der Trauer auf Tellar, und ich trage es deshalb, weil das Schiff mit ihnen einen guten Kommandanten verliert, Commodore. Ich hoffe, die Crew ihres neuen Schiffs weiß zu schätzen, was sie an Ihnen haben wird.“
Die Andorianerin schluckte und wirkte für einen Moment lang gerührt. Erst das leise Räuspern Janeways brachte sie in die Wirklichkeit zurück. „Danke, Mister Tral. Sie haben die Brücke.“ Sie wandte sich an Admiral Janeway. „Ich bin bereit.“
Die beiden Flaggoffiziere fuhren mit dem Turbolift zu Deck 4 hinunter um das Handgepäck des Commodore zu holen – alle anderen persönlichen Dinge der Andorianerin würde von einigen Crewmen der LEXINGTON an Bord des neuen Schiffes gebracht werden.
Als das Schott des Turbolifts sich öffnete, blickte Vilarai überrascht auf den Gang hinaus. Rechts und links hatten Offiziere der LEXINGTON Aufstellung genommen. Einige kannte die Andorianerin erst seit wenigen Monaten, andere seit sie an Bord gekommen war.
„Nach Ihnen“, meinte Janeway launig. „Man möchte sich von Ihnen verabschieden, nicht von mir.“
Während Vilarai Ter´Kharyn durch die Reihe der Offiziere schritt begann sie zu ahnen, warum Commander Tral zwischenzeitlich, unter fadenscheinigen Gründen, von der Brücke verschwunden war.
Vor dem Kabinenschott trat Lieutenant-Commander Jefferson Stanton, der Chefingenieur und Zweite Offizier der LEXINGTON vor und sagte: „In Vertretung für die gesamte Crew möchten wir uns von Ihnen verabschieden, und Ihnen alles Gute in Ihrem neuen Kommando wünschen, Commodore Ter´Kharyn.“
Sie reichten sich die Hände und die Andorianerin erwiderte: „Danke, Mister Stanton. Und bestellen Sie Commander Tral einen herzlichen Gruß von mir.“
Commodore Ter´Kharyn holte schnell ihr Reisetasche, in der sich, neben anderen persönlichen Gegenständen auch eine Ushaan-tor-Klinge befand, und begab sich mit Admiral Janeway zum nächstgelegenen Transporterraum. Auch der weibliche Chief, der anwesend war, wünschte ihr alles Gute, bevor sie die Transporterplattform betrat und zusammen mit Janeway entmaterialisierte.

* * *


Ein junger Ensign der USS MIDWINTER hatte sie empfangen und das Gepäck der Andorianerin übernommen, allerdings nicht bevor diese das Ushaan-tor heraus genommen hatte. Von dieser Klinge, die sie im Alter von 15 Jahren, von ihrem Vater bekommen hatte, trennte sie sich nicht.
Während der Ensign sich auf das Schiff beamen ließ, schritten die beiden Flaggoffiziere neben einander durch die Gänge zum Aussichtsraum des Kontrollkomplexes. Die Führungsoffiziere der MIDWINTER würde sie dort kennen lernen, bevor das Schiff offiziell in alt hergebrachter Tradition, mit Champagner getauft werden würde. Dieser Brauch war früher, auf der Erde, in der christlichen Seefahrt üblich gewesen, außer in einer Region namens Schottland, wo man statt des Champagners eine Flasche Whisky genommen hatte.
Es hieß, dass damals nur Frauen Schiffstaufen vornehmen durften, da es angeblich Unglück brachte, wenn ein Mann das Schiff taufte.
Vilarai Ter´Kharyn hielt nicht viel von solcherlei Aberglauben, achtete jedoch die Traditionen anderer Völker, also nahm sie dieses Ereignis gleichmütig hin, auch wenn es dazu führte, dass sie nicht sofort an Bord gehen, und das neue Schiff besichtigen konnte. Sie tröstete sich mit dem Gedanken daran, dass sie dadurch wiederum mehr Zeit haben würde, das Schiff von Außen zu betrachten.
Unterwegs kamen sie an einem weiblichen, menschlichen Crewman vorbei, der vor einem geöffneten Wartungsschacht am Boden kniete. Im Vorübergehen blickte Vilarai Ter´Kharyn zu der mittelgroßen Frau mit den kurzen, brünetten Haaren hinunter. Während sie mit Janeway weiterging, wurde sie das ungute Gefühl nicht los, dass an dieser Frau etwas nicht so war, wie sie es gewohnt war, ohne zunächst sagen zu können, was es war. Erst als sie um die nächste Gangecke gebogen waren, wurde ihr klar, was es gewesen war. Diese ungewöhnliche Verdickung am rechten Ohr, so als würde sich dort normalerweise die Klemme eines Schmuckstücks befinden, war ihr ins Auge gesprungen.
Ro Laren war die einzige Bajoranerin in der Sternenflotte gewesen, und nach ihrem Verrat war kein neuer Vertreter dieser Spezies an der Sternenflottenakademie, oder im Flottendienst aufgenommen worden.
Commodore Ter´Kharyn hielt abrupt an, packte Janeway am Arm und legte dabei den Finger ihrer anderen Hand auf ihren Mund. Sie wusste, dass diese die Geste verstehen würde. Mit einer fließenden Bewegung aktivierte sie den Camouflage-Modus ihres Anzuges und wickelte dann das Ushaan-tor aus dem dunkelblauen Tuch. „Dieser Crewman ist eine Bajoranerin“, flüsterte sie erklärend und pirschte sich zurück zur Gangbiegung. Nach einem schnellen Blick um die Ecke nickte sie Janeway zu und sprintete zu dem, noch immer intensiv arbeitenden, Crewman.
Die brünette Frau sah sie erst im letzten Moment und zog etwas blitzendes aus dem Wartungsschacht, aber da war Vilarai Ter´Kharyn bereits über ihr. Das Jahrzehnte lange Training im Nahkampf kam ihr dabei zugute und innerhalb weniger Augenblicke hatte sie die brünette Frau entwaffnet und auf ihr kniend, das Ushaan-tor an die Kehle gedrückt.
„Wer hat Sie geschickt, und was ist Ihr Auftrag!“, donnerte die Andorianerin und funkelte die unter ihr Liegende wie eine Rachegöttin an.
„Bajoranischer Militärgeheimdienst – Leutnant Tila Nalen – Dienstnummer TL-34756-B“, schnarrte die Frau; nicht gewillt mehr zu sagen. Doch damit gab sich die Andorianerin nicht zufrieden. „Ich fragte, wer Sie geschickt hat?“
„Bajorani...“ Die brünette Frau verstummte, als Vilarai langsam aber beständig den Druck der Ushaan-tor-Klinge an ihrer Kehle verstärkte.
„Dann, Leutnant, wollen wir nun feststellen, wer mehr aushält. Ihre Kehle oder mein Ushaan-tor. Ich bin sicher, dass es nicht sehr angenehm werden wird, wenn die Klinge sich langsam durch Ihre Haut immer tiefer in die Luftröhre drückt.“ Wie zur Bestätigung dieser Worte erhöhte die Andorianerin, mit kaltem Blick, den Druck der Klinge.
Die maskierte Bajoranerin spürte für einen Moment die furchtbare Entschlossenheit des Commodore und krächzte heiser, als die Klinge sich bereits in die oberen Hautschichten schnitt: „ Mein Vorgesetzter Offizier ist Lieutenant-Colonel Ro Laren.“
Admiral Janeway, die mittlerweile den Sicherheitsdienst alarmiert, und ein Technikerteam angefordert hatte, war unauffällig hinzu getreten und sagte bestimmt: „Ich glaube das genügt, Commodore. Den Rest wird diese Frau uns zu einem späteren Zeitpunkt verraten.“
Nur zögerlich zog die Andorianerin die Klinge ein wenig zurück. Erst als drei Männer und eine Frau der Sicherheit bei ihnen erschienen, erhob sie sich, wobei sie mit der linken Hand die Bajoranerin am Kragen mit sich nach oben zog. Eine leicht blutende Schnittwunde zog sich über ihren Hals.
Janeway blickte der Frau und dem Sicherheitspersonal sinnend hinterher, bevor sie sich mit leicht tadelndem Blick an die Andorianerin wandte. „Für einen Moment dachte ich wirklich Sie würden Ernst machen.“
Vilarai erwiderte Janeways fragenden Blick dass dieser ein leises Frösteln über den Rücken fuhr. Nachdenklich reichte sie der Andorianerin das Tuch zurück und meinte. „Kommen Sie, Vilarai, ich hasse es zu spät zu einer Taufe zu kommen.“

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